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Eischers „Kronenstüberl“
in Neustift am Walde – Familie & Geschichte


Familie

Der als Familienbetrieb geführte Heurige legt Wert auf individuelle Betreuung seiner Gäste und vermittelt ursprüngliche Heurigenromantik ohne künstlichen Kitsch. Ein Besuch in Eischer’s „Kronenstüberl“ und Eischer’s „Der Weinkeller“ lohnt sich immer. Seit der 2. Türkenbelagerung 1683 in Neustift am Walde ansässig, wird der Weinbaubetrieb von jeder Generation weitergeführt.

Derzeit bewirtschaften Michael und Elisabeth Eischer den Heurigen Eischer’s Kronenstüberl und legen großen Wert auf die Qualität in Küche und Keller.

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Hausgeschichte

Anno 1753 bekam unser Haus den Namen Kronenstüberl. In diesem Jahr hat Ihre apostolische Majestät Maria Theresia von Habsburg-Lothringen sich entschlossen, die Winzerkrone, die ihr als Dank für einen Steuernachlass von den Neustifter Hauern übergeben wurde, zurückzuerstatten. Zudem hat die Herrscherin erlassen, dass alljährlich zum Tage des Kirchenpatrons zu ihren Ehren und von Steuern befreit, ein Kirtag abgehalten werden sollte.

Diese Winzerkrone wird seit damals im Hause des Neustifter Bürgermeisters aufbewahrt; das jeweilige Familienoberhaupt der Eischers fungiert als "Kranzmeister" und behütet diese volkstümliche Kostbarkeit, die bis heute nur hier im Original bewundert werden kann. Errichtet wurde unser Gebäude um 1726 zuerst als Gemeinschaftskeller – hier befindet sich somit der älteste Weinkeller von Neustift am Walde – als Presshaus und zur gemeinschaftlichen Ausschank der Neustifter Weinhauer. Diese Aufgabe erfüllten die Räumlichkeiten des Kronenstüberls bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts und auch der Buschenschank oder Heurige wurde von der Gemeinde Neustift am Walde hier geboren. Im 18. Jahrhundert wurde das Haus auch als Aufbewahrungsort für alle kirchlichen Utensilien zweckentfremdet und trug bis 1753 den Namen Kirchenstöckl. Hier wurde das erste Wasserklosett, die Elektrizität, die Kanäle, durch den unter dem Haus fließenden Krottenbach, und als Sensation im 19. Jahrhundert der erste beleuchtete Gastgarten mittels Gaslicht installiert. In den Kriegsjahren waren Kriegsbetriebe untergebracht, die Lautsprecher für die weithin bekannten Volksempfänger produzierten. 1948 wurde der Betrieb unter großen Mühen wieder eröffnet und bis 1963 geführt.

Die Verkehrspolitik der Gemeinde Wien verhinderte die Renovierung des ältesten im Ganzen erhaltenen Gebäudes von Neustift. So mußte der Heurige der Familie Eischer in das Haus des letzten Neustifter Bürgermeisters, Neustift am Walde 74, übersiedeln und war bis 1987 dort untergebracht. 1985-1987 wurde von der Familie Eischer, unter Bedacht des Denkmalschutzes, dieses ehrwürdige Gebäude renoviert und den modernen Gegebenheiten angepaßt. Die historische Entwicklung, die sich in und an diesem Haus abgespielt hat, wird von der Familie Eischer gepflogen und bis in unsere Tage erhalten.

Hausgeschichte Hausgeschichte Hausgeschichte

Chronik der Winzerkrone

Bis zum Jahre 1752 durften die Bauern im Königreich Österreich und Ungarn – so auch Neustift am Walde, damals zum Viertel unter der Enns gehörend – ihre Erzeugnisse nur an Geschäfte oder Wirtshäuser verkaufen. Steuern und Zölle wurden in nicht geringem Ausmaß eingehoben. Zudem gab es in den östlichen Gebieten des Reiches fast keine freien Bauern, daher mußte auch dem Grundherrn der Zehent abgeliefert werden. Im Falle Neustift am Walde und Salmannsdorf war es das Chorherrnstift Dorothea.

Anno 1752 war aber die Ertragslage so schlecht, daß die Bauern im Raum Wiens nicht mehr in der Lage waren, ihren Zahlungen gegenüber der Obrigkeit nachzukommen. Somit faßten sie den Entschluß, zur damaligen Königin von Österreich und Ungarn, Maria Theresia von H.L. nach Schloß Schönbrunn zu pilgern, um für Steuererlaß und Erleichterungen im Verkauf ihrer Erzeugnisse zu bitten. Diese Delegationen wurden in der eben fertiggestellten Menagerie empfangen. Nach Bittreden der jeweiligen Dorfrichter kamen diese mit der Zusage Ihrer Majestät, sich um die Probleme zu kümmern, wieder in die Dörfer zurück.

Diese Intervention bewirkte, daß die Weinbauern, erstmals das Recht erhielten, ihre Erzeugnisse aus der Landwirtschaft unter dem Zeichen des Föhrenbusches selbst und steuerfrei zu verkaufen. Als Dank für diese Maßnahme fertigten die Winzer der umliegenden Orte Wiens festlich geschmückte und verzierte Erntedankkronen an und bedankten sich mittels dieser bei ihrer Landesherrin. Die Winzerkronen wurden dann ein Jahr im Schloß Schönbrunn aufbewahrt. Nach Ablauf dieser Zeit erstattete Kaiserin Maria Theresia von L.H. die Winzerkronen an die Dorfrichter zurück, mit dem Erlaß, daß zum Tage des Kirchenpatrons alljährlich ein Fruchtreifefest abgehalten werden dürfe, aus dem keinerlei Steuern abzugeben seien.

Leider war die Freude der Winzer nur von kurzer Dauer, da ihnen das Buschenschankrecht schon im Jahre 1856 wieder genommen wurde. Die Stadtväter von Wien hatten erfolgreich gegen ein solches Dekret ihrer Majestät angekämpft, weil die Zolleinnahmen der Stadt Wien dadurch beträchtlich geschmälert wurden. Auch Wenzel Anton Dominik Fürst Kaunitz-Rietberg, der neue Staatsminister, tat das Seinige dazu, diese Rechte aufzuheben, da die Finanzierung des Krieges mit Preußen und Schlesien (der als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte eingehen sollte) vor der Tür stand. Erst durch Josef II. wurde dieses Recht 1784 modifiziert wieder in Kraft gesetzt und ist bis heute gültig.

Die Winzerkrone selbst wird seit damals im Gerätehaus und Dorfkeller des Stiftes Dorothea, Neustift am Walde Nr. 87, ab 1783 dem Stifte Klosterneuburg zugehörig, aufbewahrt. Im Revolutionsjahr 1843 erwarb der gebürtige Neustifter und Salmannsdorfer Richter Josef Eischer dieses Haus und benannte den Aufbewahrungsraum der Hauerkrone "Kronenstüberl". Daher wird der Kirtag seit 1754 ununterbrochen in Neustift und Salmannsdorf abgehalten; früher vom Dorfrichter, ab 1843 vom Bürgermeister. Seit 1891 wird der vom jeweiligen Obmann des Weinbauvereines gewählte Weinhüter mit der Abhaltung und Organisation des Kirtags betraut.

Der Festzug besteht aus einer Musikkapelle, dem Weinhüter und den Kronenträgern. Zur Tracht des Hüters gehört ein Stierhorn, das sogenannte Hüterhorn. Die Krone selbst besteht aus Reifen und Bügeln, die mit vergoldeten und versilberten Nüssen verziert sind. Die Nischen zwischen den Bügeln sind schwarz ausgeschlagen und beherbergen vor Spiegeln die originalen Porzellanfiguren, die die "Altwiener Typen" darstellen.

Der Zug geht von Haus zu Haus und von Buschenschank zu Buschenschank. Jeder vom "Dorf" wird angestrudelt". Die Musik nimmt auf einem freien Platz Aufstellung. Die Burschen mit der Krone gehen zu dem Hausvater, senken die Krone und der Hüter begrüßt ihn mit einem Glas Wein. Er läßt ihn über die Krone hinweg "hochleben". Danach ziehen die Burschen die Krone wieder hoch, der Hüter schlüpft unter ihr hindurch, stößt an und trinkt. Inzwischen setzen die Burschen die Krone in drehende Bewegung und stoßen einen "Juchzer" aus. Die Musik setzt ein und alles tanzt dazu. Natürlich muß der "Angestrudelte" zahlen und nach Auskunft einiger Teilnehmer kostet das "a schwares Göld".

So werden wir Neustifter sicher versuchen diesen Brauch weiterhin hochzuhalten, um unseren Ahnen die gebührende Ehre zu erweisen.